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Nach der Geburt
Ein Kind zu haben, es zu lieben und zu versorgen, ist eine einzigartige Erfahrung, die Erfüllung und Freude bedeutet. Nach der Geburt eines Kindes ändert sich das Leben einer Frau erheblich, da sie von diesem Zeitpunkt an die Mutterrolle übernimmt und für ein Neugeborenes sorgen muss. Wie alle guten Beziehungen muss auch die Beziehung zwischen Mutter und Kind mit der Zeit wachsen.
Junge Mütter sind häufig so mit ihrer neuen Rolle und der neuen Verantwortung beschäftigt, dass sie ihre eigene Gesundheit und manchmal auch die Beziehung zu ihrem Partner vernachlässigen. In diesem Kapitel möchten wir einige Aspekte aufgreifen, die nach der Geburt eines Kindes wichtig werden können.
Körperliche Veränderungen nach der Entbindung
In den meisten Fällen wird empfohlen zu stillen, da es sowohl für den Säugling als auch für die Mutter besser und gesünder ist als eine Ernährung des Babys mit Säuglingsnahrung. Außerdem trägt das Stillen zur Festigung der Beziehung zwischen Mutter und Kind bei und unterstützt die weitere Entwicklung dieser Beziehung.
Stillende Mütter sollten sich von ihrem Arzt beraten lassen, um sich bei Schwierigkeiten wie schmerzhaftem Milchstau oder unregelmäßigem Milchfluss helfen zu lassen. Auch im Zusammenhang mit dem Abstillen muss auf eine gesunde Brust geachtet werden. Alle Mütter sollten in der Zeit nach der Geburt ihre Brust regelmäßig vom behandelnden Arzt untersuchen lassen, unabhängig davon, ob sie stillen oder nicht.
Außerdem sollten nach der Geburt standardmäßig Untersuchungen des Beckenbereichs erfolgen, um sicherzustellen, dass die Gebärmutter und das umgebende Gewebe gesund sind. In manchen Fällen werden auch weitere Untersuchungen, z. B. Abstriche vom Gebärmutterhals oder Blutuntersuchungen, durchgeführt.
Frauen, die nach der Schwangerschaft abnehmen wollen, sollten Ihren Arzt konsultieren, um zu entscheiden, wann Sie mit Sport oder einer Diät beginnen und wie schnell sie ihr Gewicht reduzieren sollten.
Emotionale Veränderungen nach der Geburt
Die Geburt eines Babys löst zahlreiche neue und meist positive Gefühle aus. Es ist ganz natürlich, dass nach der Geburt eines Kindes einige Veränderungen der Lebensgewohnheiten erforderlich werden. Die neue Verantwortung, für ein Baby zu sorgen, erfordert eventuell eine gewisse Zeit der Gewöhnung an die neue Situation. Manche Frauen leiden nach der Entbindung kurzfristig unter Gefühlen wie Angst, Traurigkeit, Gereiztheit oder Depression. Wenn die Mutter sich an die neue Rolle gewöhnt hat, bilden sich diese Gefühle wieder zurück. Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen für junge Mütter oder die Familie können in dieser Phase unterstützend wirken. Wenn die genannten Stimmungsstörungen jedoch länger andauern, sollte ein Arzt konsultiert werden, der bei Bedarf beratend tätig wird oder eine Behandlung einleitet.
Veränderungen der Lebensumstände nach der Geburt
Die erste Zeit mit einem neugeborenen Kind ist eine Zeit der großen Freude. Jeder Schritt in der Entwicklung des Kindes ist eine aufregende Erfahrung für die Eltern. Gleichzeitig mit der Freude, die ein Baby bedeutet, müssen junge Eltern aber auch mit einigen Umstellungen ihrer Lebensgewohnheiten fertig werden, da ein Neugeborenes sehr viel Aufmerksamkeit braucht. Außerdem treten neue Fragen und Sorgen auf:
Bin ich eine gute Mutter/ bin ich ein guter Vater?
Wird mein Kind sicher und gesund aufwachsen?
Wie wird sich die finanzielle Situation entwickeln?
Wie kann ich Beruf und Kind miteinander verbinden und dabei immer noch genug Zeit für mein Kind haben?
Wie kann ich mehr Zeit für meinen Partner/meine Partnerin haben?
Wird mein Partner/meine Partnerin jemals wieder mehr Zeit für mich haben?
Werde ich jemals wieder Zeit nur zu meiner eigenen Verfügung haben?
Wann bekommen wir wieder mehr Schlaf?
Dies sind alles wichtige Fragen für junge Eltern. Normalerweise stellt sich jeder früher oder später auf seine neue Rolle ein. Um dir diesen Prozess zu erleichtern, ist es hilfreich, deine Gedanken und Gefühle mit deinem Partner/deiner Partnerin, deiner Familie und deinen Freunden zu besprechen. Wende dich auch an andere, die diese Situation bereits hinter sich haben. Sie können dir sicher wertvolle Ratschläge geben. Versuche zu schlafen, wenn dein Kind schläft und scheue dich nicht davor, jemanden darum zu bitten, sich um dein Baby zu kümmern, auch wenn es nur für eine halbe Stunde ist, um etwas zu erledigen oder dich kurz gemeinsam mit deinem Partner/deiner Partnerin auszuruhen.
Sex und Verhütung nach der Schwangerschaft
Normalerweise wird empfohlen, dass Frauen vier bis sechs Wochen nach der Entbindung (je nach Entbindungsmethode) keinen Sex haben sollten. In dieser Zeit können alle während der Geburt entstandenen Wunden gut abheilen. Da die Scheide aufgrund des niedrigen Östrogenspiegels während des Stillens sehr trocken sein kann, können während des Geschlechtsverkehrs nach der Geburt Schmerzen auftreten. Betroffenen Frauen sollten sich von ihrer Frauenärztin / ihrem Frauenarzt zu lindernden Salben und/oder Gleitmitteln beraten lassen.
Der Zeitpunkt des Einsetzens der Menstruation nach der Entbindung ist von Frau zu Frau extrem unterschiedlich. Manche Frauen haben bereits sechs Wochen nach der Entbindung wieder ihre erste Regel, andere erst ein Jahr oder noch später nach der Geburt. Viele Mütter nehmen fälschlicherweise an, dass, da sie noch keine Monatsblutung haben oder noch stillen, auch kein Eisprung stattfindet und sie somit nicht schwanger werden können. Die Ovulation (der Eisprung) findet jedoch normalerweise zwei Wochen vor der ersten Menstruation statt. Somit kann die Annahme, dass eine Befruchtung vor der ersten Regel nicht möglich ist, leicht zu einer ungeplanten Schwangerschaft führen. Aus diesem Grund sollten Paare sobald sie nach der Geburt wieder Geschlechtsverkehr haben auch wieder mit der Verhütung beginnen. Dabei ist es unerheblich, ob die Frau ihre Regel wieder hat oder nicht. Eventuell hat sich auch der Anspruch an ein Verhütungsmittel nach der Geburt eines Kindes verändert, sodass manche Frauen nun eine andere Verhütungsmethode vorziehen, die besser zu ihrem Leben als junge Mutter passt, dabei aber bequem und wirksam ist und in intimen Momenten eine größtmögliche Spontaneität erlaubt.
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